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Risiken
Selbstverständlich
unterstreicht die Tourismusindustrie,
daß bei der Einreise keine
Impfungen verlangt
werden und Kap Verde ein modernes
Gesundheitswesen auf allen Inseln
besitzt.
Ganz so einfach liegt
der Fall
jedoch nicht, denn Kap Verde
ist arm und ensprechend
sind die Infektionsrisiken höher und
die Interventionsmöglichkeiten
deutlich geringer als in hochentwickelten
Regionen.
Hinzu kommen die Verletzungsrisiken
bei Aktivurlaubern.
Durch
den heftigen Reisebetrieb nehmen
in den Tropen erworbene Infektionskrankheiten
unter Europäern rasch zu und jeder
vierte Tropenreisende verliert im Anschluß einen
oder mehr Arbeitstage durch eine auf
der Reise erworbene Erkrankung. Dabei
ist die "Tropentauglichkeit" und
das Risiko zu erkranken in erster Linie
eine Frage vernünftigen Verhaltens
und des Trainingszustandes und
sehr viel weniger von Vorerkrankungen.
1995
gab es in Kap Verde eine massive Cholera-epidemie
und im Jahr 2000 sind auch wieder Fälle
von Poliomyelitis =
Kinderlähmung aufgetreten und im Oktober
2009 die erste Dengue-epidemie
im Land. Die Gefahren sind somit noch
nicht
endgültig
gebannt! Auch Hepatitis A und B sind
häufig, wobei kapverdische Kinder
im Gegensatz zu vielen Europäern
hiergegen routinemässig geimpft
werden.
Für
den Laien gut verständliche aktuelle
Informationen zu den einzelnen Krankheiten
finden Sie unter: http://www.netdoktor.de/index.shtml
Aktuelle Empfehlungen für alle Länder hat das Tropeninstitut
München sehr ansprechend auf Webseiten gebracht: http://www.fit-for-travel.de/
Mit
Ausnahme der Gelbfieberimpfung können
alle ärztlichen Vorsorgemaßnahmen von
Ihrem Hausarzt durchgeführt werden. Gegebenenfalls
erhalten Sie eine Gelbfieberimpfung in
einem Tropeninstitut oder bei einem
niedergelassenen Tropenarzt mit Impfstelle.
Ihr Reisebüro weiß, wo Sie den finden.
Allgemeine
Empfehlungen
Eine Auslands-Krankenversicherung
mit Rückholversicherung ist
nahezu unausweichlich, denn die Standardverträge
europäischer Pflicht- und Privatkrankenversicherer
geben keinen Schutz. Bei Billigflügen
und Pauschalreisen fallen im Falle
einer schwereren Erkrankung erhebliche
Zusatzkosten an beim Vorverlegen
der Rückreise.
Sonnenschutz
Im
Gebirge wie am Strand holt man sich leicht
einen heftigen Sonnenbrand. Die trockenen
Regionen Kap Verdes gehören weltweit
zu den Spitzenreitern der jährlichen
Sonnenscheindauer und es gibt fast keinen
Schatten.
Es
empfiehlt sich, Sonnencreme mit
hohem Schutzfaktor (LSF ab 20) in ausreichender
Menge mitzubringen, da nur selten in
Kap Verde in den Läden zu finden. Gesonderte Lippenschutzstifte (LSF
30 und höher) verhindern bei Wanderungen
das Aufplatzen der durch Mundatmung austrocknenden
Lippen.
Eine Kopfbedeckung mit
großem Schild über dem Gesicht und evtl.
einem weißen Tuch im Nacken, die auch
heftigem Wind widersteht, ist unabdingbar!
Mountainbiker
tun sich leichter in hellen, langen
Trikots aus Funktionsfaser.
Tage
mit bedecktem Himmel sind fast
gefährlicher als Sonnentage, weil die
frischen Temperaturen und die geringe
spürbare Wärmeeinstrahlung dazu verleitet,
weniger intensiven Sonnenschutz zu
betreiben. Die UV-Strahlen durchdringen
eine einzelne Wolkenschicht nahezu
ungehindert.
Impfungen
Die
Routineimpfungen Tetanus, Diphterie,
Pertussis und Polio sollten
Sie auf den für ihre Altersgruppe aktuellen
Stand bringen!
Bedenken Sie bitte, daß all diese Krankheiten, einschließlich Polio, alle
Altersgruppen befallen und bei Erwachsenen sehr viel schwerer verlaufen können,
weshalb auch Erwachsene diese
Impfungen unbedingt auffrischen müssen!
Typhusimpfung und Impfungen
gegen Hepatitis A und B sowie
die BCG-Schutzimpfung gegen Tuberkulose
sind für Leute, die bevölkerungsnah
und unter einfachen Bedingungen
reisen, sehr zu empfehlen.
Nur
wenn Sie zuvor einen vollständigen Impfschutz
hatten, geben die meisten der genannten
Impfungen Schutz für 10 Jahre und müssen
danach nur aufgefrischt werden. BCG hält
lebenslang; Typhus Schluckimpfung nur
drei Jahre.
Sollte
sie nie zuvor einen kompletten Impfschutz
gehabt haben, was für die Generation
der 70er und 80er Jahre leider häufig
ist, dann muß dieser neu aufgebaut werden,
wofür (mit Ausnahme der Gelbfieberimpfung)
mehrere Impfdosen in einem Mindestaband
von 1 Monat gegeben werden.
Vor
der Impfung gegen Hepatitis und Tuberkulose
sind Tests durchzuführen, so daß sich
der Prozess über mehrere Monate hinziehen
kann.
Wenn
Ihre Reise langfristig geplant ist, dann
suchen Sie ein halbes Jahr zuvor Ihren Hausarzt,
Ihr Gesundheitsamt oder
ein Tropeninstitut auf.
Wenn Sie aus einem Gelbfieberland (Senegal und andere) einreisen, brauchen
Sie auch eine gültige Gelbfieberimpfung.
Dengue-Fieber
Für detaillierte Informationen siehe
Seite Dengue
in Kap Verde
Im Oktober 2009
begann der
in der Geschichte der Kapverdischen Inseln erste
Ausbruch des Dengue-Fiebers.
Nachgewiesen wurde Dengue-virus-Serotyp-3
als Ursache der von Stechmücken
der Spezies Aedes
aegypti übertragenen
Viruserkrankung.
Dengue ist in den Tropen und Subtropen
weit verbreitet in über 100 Ländern mit
einer Bevölkerung von ca. 2.5 Milliarden
Menschen, einem Fünftel der Gesamtbevölkerung
der Erde. In Europa gilt
Dengue als eine der häufigsten von
Reisenden während eines Tropen / Suptropenaufenthaltes
erworbenen Virus-Erkrankungen.
Die Erkrankung zumeist leicht, ähnlich
einem grippallen Infekt, doch schwere
Verlaufsformen mit zweigipfligem Fieberverlauf,
Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen
sowie das hämorrhagische
Dengue-Fieber mit Haut- und diffusen
Organblutungen, schwersten Krankheitszeichen
und Schock können zum Tode führen.
Eine gezielt gegen das Virus
wirkende, kausale Therapie ist
nicht bekannt und die Behandlung
beschränkt sich auf die Bekämpfung
und Linderung der Symptome.
Acetylsalicylsäure
(Aspirin u.a.m.) ist zur Fiebersenkung
und Symptomlinderung
wegen seiner gerinnungshemmenden Eigenschaften
ungeeignet,
so dass Paracetamol der
Vorzug gegeben wird.
Im Falle hochfieberhafter Erkrankung ist
ein Arzt hinzuzuziehen. In schweren Fällen
ist stationäre und intensivmedizinische
Behandlung angezeigt.
Eine Impfung ist nicht bekannt.
Die wichtigste
Massnahme
zur
Einschränkung
der Epidemien und des individuellen Risikos ist
die Bekämpfung
der Mücken und
die Vermeidung von Stichen.
Neben der Sanierung
der Mückenbrutplätze gilt
es kleinste
Mückenbrutplätze
in und um das Haus aufzuspüren und zu
beseitigen
(Plastikflaschen, Dosen und Autoreifen in vermülltem Gelände,
Toilettenspülungen
in nicht benutzten Zimmern, Blumenvasen und -untersetzer etc.)
Stiche lassen
sich vermeiden, wenn man:
- lange helle Hosen mit hellen Socken
trägt
- mückenabschreckende
Mittel (z.B. Autan®) verwendet
- unter einem dichten Miskitonetz schläft
| Falls
Sie im Anschluss an eine Reise
in Dengue-gebiete hochfieberhaft
erkranken, müssen Sie SOFORT
einen Arzt aufsuchen und diesem
DEUTLICH MITTEILEN, daß Sie sich
in den Tropen / Subtropen aufgehalten
haben! |
Malaria
gibt
es nur im
Süden
der Insel Santiago,
sonst auf keiner Insel. In den letzten
Jahren handelte es sich vorwiegend um
Ansteckungen im städtischen Umfeld. Die
Zahl der Fälle ist gering, so daß eine
medikamentöse Prophylaxe (vorbeugende
Einnahme von Medikamenten) nicht gerechtfertigt
ist.
Stiche
durch die Überträgermücke lassen sich
recht gut vermeiden, wenn man:
- in den Abendstunden lange helle Hosen
mit hellen Socken trägt
- mückenabschreckende Mittel (z.B. Autan®)
verwendet
- unter einem dichten Miskitonetz schläft
Die
in Santiago einheimische Malaria wird
durch einen hochresistenten Stamm von
plasmodium falciparum hervorgerufen,
so daß im
Erkrankungsfall Eile angesagt ist.
Unbehandelt (oder falsch behandelt) kann
die Krankheit innerhalb von 1-2 Tagen
nach Eintreten der ersten Krankheitszeichen
zum Tode führen.
Zwischen
dem Stich der Mücke und dem Auftreten
erster Krankheitszeichen vergehen zumeist 7
bis 14 Tage (durchschnittlich 11 Tage).
Unter besonderen Umständen, beispielsweise
wenn wegen einer anderen Diagnose Antibiotika
verabreicht werden, kann sich der Krankheitsbeginn
um Monate hinauszögern. Antibiotikagaben
vor einer Blutentnahme zum Ausschluß der
Malaria sind nicht zu empfehlen, da sie
zu einem falsch-negativen Ergebnis führen
können.
| Falls
Sie Santiago besucht haben oder
einen Zwischenstopp auf dem afrikanischen
Kontinent hatten
(Banjul, Dakar)
und Sie im Anschluss hochfieberhaft
erkranken,
müssen Sie SOFORT einen
Arzt aufsuchen und diesem DEUTLICH
MITTEILEN,
daß Sie Malariagebiete
bereist haben! |
Öffentliche
Hygiene
Die Standards öffentlicher
Hygiene, insbesondere
der Trinkwasserversorgung, Abwasser-
und
Müllentsorgung und der Nahrungsmittelhygiene
sind noch niedrig.
Wegen der höheren Bevölkerungsdichte
sind die Städte schwieriger als der
ländliche Raum. Mindelo und
auch Praia machen große Anstrengungen,
dies zu ändern.
Als Reisender können Sie mit gezieltem
persönlichem Hygieneverhalten die
meisten der Mängel öffentlicher Hygiene ausgleichen.
Persönliche
Hygiene
Es
gelten die Hygienevorschriften
unserer Großmütter,
an die sich Europäer kaum mehr halten,
nachdem sich die Lebensbedingungen
verbessert haben.
Für den Reisenden wie für die Emigranten gilt jedoch unverändert, um störungsfreie
Ferien zu erleben zu können:
- Hände waschen
- Kleidung
bügeln
- nicht
jeden Flugzeugträger für Flöhe (Hunde,
Katzen, Meerschweinchen etc.) streicheln
(Flöhe, Echinococcose, Toxoplasmose
etc.)
- nicht
barfuß laufen (Verletzungen, Hakenwürmer,
Chiggers)
- keine
Pausen, oder gar Zelten auf Weideplätzen
von Ziegen oder Kühen oder in der Nähe
von Schlachtplätzen
(Milzbrandsporen halten sich bis zu 50 Jahre im Boden!)
- Badewasser
für Kleinkinder desinfizieren
- keine
Babytrinkflaschen oder Schnuller
verwenden
Zumindest
minimale Lebensmittelhygiene:
- Wasser,
Salat und Obst (möglichst auch
Schalenobst) nur desinfiziert
zu sich nehmen
- möglichst
nur Durchgekochtes essen, das
Steak well
done (port. bem passado)
- Käse
und Milch pasteurisiert oder
gekocht (Brucellose, Tuberkulose)
- Meeresfrüchte
und Langusten nur, wenn sichersteht,
daß sie nicht lange Tage mit Stromausfällen
in der Gefriertruhe hinter sich
haben.
Trinkwasser
- Wasserdesinfektion
Trinkwasser
ist zu desinfizieren.
In Plastikflaschen importiertes
Wasser wird fälschlicherweise für sicher erachtet. Es gibt genügend ernsthafte
Publikationen, die dieses kindliche Vertrauen in moderne Technologie widerlegen.
Mitunter werden erschreckend hohe Keimzahlen gefunden nachdem diese Wässer
Monate ungekühlt im Schiff, im Zoll und in den Läden lagen!
Die Flaschen sind
sogar schädlich. Nicht nur daß sie die Umwelt verschandeln,
da sie sowohl vom Wind als auch vom Wasser transportiert werden. Halbgeschlossene
Flaschen und Flaschenbruchstücke bieten unkontrollierbare Brutplätze
für
Moskitos, die Malaria, Dengue, Gelbfieber und andere Krankheiten übertragen.
Und doch ist kaum ein Urlauber anzutreffen, der nicht darauf zurückgreift
- 4 Flaschen pro Tag, 60 in zwei Wochen, 18000 mit jedem Urlauberflugzeug,
mindestens 20 Millionen pro Jahr nur für die Urlauber - und alle
beschweren sich über alte Flaschen an den Stränden.
Chlorierung
mit Lixivia oder Micropur Forte flüssig®
Die
Chlorierung ist unverändert das zuverlässigste
und unter einfachen Verhältnissen die
sicherste Art, belastetes Oberflächen-
und Haushaltswasser trinkbar zu machen.
Ein Tropffläschchen
(10 ccm) mit Chlorbleichlauge
(Lixivia)1) genügt
für Monate um ständig einwandfreies Trinkwasser
und desinfiziertes Obst an jedem Ort
zu haben.
Lixivia
ist in jedem Laden für weniger als 1
EUR zu kaufen, allerdings in deutlich
zu grosser Menge.
Am besten bringen Sie ein leeres Tropffläschchen mit und
fragen Ihre Pensionswirtin. Entweder sie schenkt ihnen die paar Kubikzentimeter,
die sie für einen Urlaub benötigen, oder sie schenken ihr den Rest einer
Haushaltspackung.
1)
Chlorbleichlauge im Tropffläschchen,
ergänzt um Silber-Ionen, bekommt man in
Europa im
Globetrotter-Handel und in Apotheken als Micropur Forte
flüssig® .
Ein Fläschchen genügt für ca 1000 Liter Trinkwasser.
Verwendung |
Tropfen
Lixivia / Liter Wasser |
| Klares
Wasser als Trinkwasser oder Badewasser
für Kleinkinder |
2 |
Waschen
von Früchten, Salat etc.
anschließend mit Trinkwasser spülen |
4 |
Anmerkungen:
Durchfälle
sind
eine sehr lästige Störung des Wohlbefindens
auf Reisen. Durch die Desinfektion allen
Trinkwassers, von Früchten und Salat
sowie durch eine vernünftige Auswahl
der Speisen sind Reisedurchfälle
fast vollständig vermeidbar!
Ziel
einer Durchfallbehandlung ist
nicht, den Durchfall sofort zum Stehen
zu bekommen, sondern Wasserhaushalt
und Kräftezustand ausgeglichen zu halten!
Dies ist nur durch orale Rehydratation und möglichst
geringe Unterbrechung der Ernährung zu
erreichen!
Medikamente
gegen akute Durchfälle sind
in ihrer Wirkung wenig überzeugend und
teilweise auch nebenwirkungsreich.
Mittel,
welche die Darmbewegungen lähmen
wie beispielsweise Imodium® sind
bei psychisch verursachten Durchfällen
sicher sinnvoll, doch bei Infektionen
in armen Ländern behindern sie die Selbstreinigung
des infizierten Darmes. Dies
kann als Komplikation einer Salmonelleninfektionen bis
zum Durchbruch der Darmwand
führen. Die Mittel sind deshalb in
Europa für Säuglinge und Kleinkinder
nicht zulassungsfähig - in armen
Ländern werden sie dennoch munter
verkauft.
Desinfizierende oder antibiotische Substanzen ohne
vorangegangene high-tech-Stuhluntersuchung, wie es sie in
Kap Verde nicht gibt, sind von so zweifelhafter Wirksamkeit,
daß es nicht lohnt, die Gefahr von Resistenzen und Allergien
auf sich zu nehmen.
Kohletabletten und sog. adstringierende Mittel besitzen
keine nachgewiesene Wirksamkeit, welche über die eines geriebenen Äpfelchens
oder einer zerdrückten Banane hinausginge.
Hefepräparate versprechen, eindringende oder sich vermehrende
Durchfallkeime zu verdrängen, bieten letztlich aber keinen nennenswerten
Schutz.
Sofortige
und anhaltende Zufuhr von Wasser
und Mineralien ist hingegen
immer richtig und wichtig,
da nur so eine Austrockung (Dehydratation)
vermieden bzw. aufgehoben wird.
Rehydrationssalze (port.: ORALITE)
sind in Apotheken und Gesundheitseinrichtungen
erhältlich und werden mit kaltem Wasser
angerührt. Wer mit Kleinkind reist,
sollte ein paar Packungen mit sich
führen.
Reiswasser ist in der Wirkung
etwas besser als die Industriezubereitungen aber umständlicher in
der Zubereitung.
Ein großer Suppenlöffel Bruchreis mit einem Liter Wasser und einem gestrichenen
Teelöffel Salz werden eine Stunde gekocht. Das bläulich trübe Wasser nimmt
man in großen Mengen zu sich. Bereiten Sie gleich 2 -3 Liter
vor, um über die Nacht zu kommen! Ihre Pensionswirtin weiß in aller Regel
auch, wie es geht. Das berühmte Cola mit Salzletten ist nur für Erwachsene
angepaßt, und auch diese sollten noch zusätzlich Tee oder Wasser trinken.
Durchfall-Diäten sind
eher hinderlich als nützlich, denn sie
erreichen zumeist nur einen Rückgang
der Stuhlfrequenz nach dem Prinzip, daß unten
weniger aus einem Rohr kommt, wenn
man oben weniger hineinschüttet. Daneben
entsprechen sie auch einer "Stuhlkosmetik", indem
der Stuhl durch aufquellende Substanzen
etwas fester wird. Der Aktivurlauber,
der seine Leistungsfähigkeit möglichst
erhalten will, soll häufige kalorienreiche
Mahlzeiten auch während des Durchfalls zulassen,
insbesondere Süßes, denn Fettes wird
er kaum mögen.
A little malabsorption of a little food is better than no
malabsorption of no food!
Bei
akutem Durchfall:
Sofort und viel Rehydratationsflüssigkeit zu sich nehmen!
Bei
chronischen Durchfällen (mehr
als 3-4 Tage) oder bei Durchfällen
mit Blutbeimengungen (Dysenterie) ist
ein Arzt hinzuzuziehen!
Diese Art von Durchfällen muß, nach mikroskopischer oder anderweitiger Laborbestimmung
des Erregers, gezielt medikamentös behandelt werden. Nach Rückkehr ist eine
Nachuntersuchung bei einem Tropenarzt angezeigt.
HIV
/ AIDS
- Der
Anteil infizierter Personen ist ähnlich
niedrig wie in Europa und keinesfalls
so hoch wie im südlichen oder
zentralen Afrika.
- Es
gibt somit keinen Grund, Ängste zu
entwickeln, denn
- im
Alltag, ohne sexuelle Kontakte
mit unbekannten Partnern, besteht
kein Infektionsrisiko auch wenn
man ganz eng mit Infizierten zusammenleben
sollte.
- Blutkonserven in
den beiden Zentralhospitälern werden
kontrolliert und sind hinreichend
sicher. Das gleiche gilt für Notfalloperationen.
Die
Zahl männlicher und weiblicher Sextouristen in
Kap Verde - ob diese es sich selbst
eingestehen oder nicht - steigt und
schafft zusätzliche Gefährdungen. Die
Durchseuchung der erkennbaren Prostituierten
mit HIV/Aids und andern sexuell übertragbaren
Krankheiten ist hoch. Auch die netten
Mädchen und Jungs, die freundlich und
kommunikationsstark die Bekanntschaft
der Touristen am Strand, am Hafen,
bei den Segelbooten und in der Disco
suchen, haben nicht weniger Probleme. Auch
Kontakte zwischen Fernreisenden sind
gefährlicher als im europäischen Durchschnitt.
Letztlich führen alle Risikoabwägungen
nur zu trügerischen Illusionen scheinbarer
Sicherheit. Die logische Konsequenz
ist, entweder keine neuen Kontakte
aufzunehmen oder aber konsequent Kondome
zu verwenden.
-
Benutzen
Sie immer Kondome und
verzichten Sie auf Praktiken mit direktem Schleimhautkontakt!
Kondome (crioulo: camisinha) sind in den Apotheken (Farmácia),
in jedem Gesundheitszentrum in der Abteilung PMI/PF (promoção
materno-infantil / planeamento familiar) und bei VerdeFam zu bekommen.
Säuglinge
und Kleinkinder
sollen
nach dem in ihrem Heimatland gültigen
Impfkalender zeitgemäß und vollständig
geimpft sein - mit einer wichtigen Ausnahme:
Die Masernimpfung ist auf den
9. Lebensmonat vorzuziehen (in
Europa zumeist für den 13. Monat empfohlen),
weil die Wahrscheinlichkeit, in Entwicklungsländern
Masern früher zu bekommen, hoch ist und
die Risiken im Falle der Erkrankung im
ersten Lebensjahr sehr viel höher sind.
Masern sind an Orten, wo keine ausreichende Impfabdeckung erreicht wird,
eine der Haupttodesursache von Säuglingen und die häufigste Ursache von Blindheit!
Eine Masernerkrankung erhöht die Gefahr der Ansteckung mit Tuberkulose und
anderen Infektionskrankheiten wie Scharlach etc.
Das Risiko, Masern zu bekommen und das Risiko, an Masern schwer zu erkranken
hängen nicht vom Ernährungs- und Gesundheitszustand ab,
sondern hauptsächlich von der Stärke der Infektion. Also ist die Gefahr für
einen bobbelrunden und bumperlgesunden europäischen Säugling bei Ansteckung
im gleichen Umfeld nicht geringer als für ein mangelernährtes
Kind im Slum!
Auch
wenn es in Europa zur Mode geworden
ist, sich nahezu ausschließlich über
mögliche Nebenwirkungen von Impfungen
zu unterhalten - die Risiken durch
Nichtimpfen sind unvergleichlich
höher.
Eltern,
die Kinder ohne vollen Impfschutz
auf Fernreisen mitnehmen,
handeln zum Nachteil der Kinder!
Durchfälle gefährden
Säuglinge und Kleinkinder weitaus
mehr als Erwachsene, weshalb man beim
ersten beobachteten Durchfall sofort mit
Reiswasser oder Oralite beginnt. Unbedingt
ist weiterzustillen und keine
Nahrungspause oder Diät zu
verordnen! Das Kind muß sehr
viel trinken und darf
essen, was es bereit ist zu
sich zu nehmen! Bei anhaltendem Erbrechen,
Eintrübung des Bewußtseins oder anderen
Zeichen eines schweren Krankheitsbildes
sollten die Eltern unverzüglich einen
Arzt aufsuchen.
Die Desinfektion des
Badewassers ist Teil sinnvoller Vorbeugung, da Kleinkinder beim
Spielen in der Wanne zumeist erhebliche Mengen Wasser zu sich nehmen.
Auch
in Kap Verde ist inzwischen die Zellstoff-Plastik-Windel zur
Normalität geworden und man findet
sie in jedem Gemischtwarenladen. Wenn
die Kinder im sommerlichen Klima schwitzen,
bilden sie eine feuchte Kammer, was zu
Haut-ausschlägen und -infektionen
führen kann. Hier kann die gute
alte Stoffwindel ihre Überlegenheit
ausspielen und wir empfehlen, einen Satz
Stoffwindeln mitzunehmen.
Kleinkinder-Fertigmenues im
Gläschen werden in den Städten
in einigen Supermärkten angeboten,
doch muss man die Verfallsdaten prüfen!
Frisch zubereitete Breinnahrung ist vorzuziehen
und jede Hausangestelle und Köchin
in Kap Verde weiss, wie man einen Brei
(port.: papa) kocht. Ein einfacher Maisbrei
mit etwas durchgedrücktem Gemüse
ist eine vollständige Mahlzeit fürs
zweite Lebensjahr.
Muttermilch-Ersatzpräparate gibt
es in den Städten im Supermarkt.
Vor oder während einer Reise sollte
man nicht abstillen,
denn die Muttermilch ist immer überlegen
und auch bei grösseren Säuglingen
im Falle einer Erkrankung ein wichtiger
Rettungsanker.
H-Milch,
zumeist aus deutscher Produktion, gibt
es in nahezu allen Lebensmittelläden. Frischmilch gibt
es in Kap Verde nicht und unpasteurisierte
Milch vom Bauern ist riskant.
Auf
die Saugflasche und
die in der Praxis immer wieder massiv
verunreinigten Gummisauger sollte
man verzichten.
Schon kleine Säuglinge können vom quer vor den Mund gehaltenen
Suppenlöffel trinken.
Zwei Inox-Metallbecher und zwei Suppelöffel sind die bessere Ausstattung.
Schwangere
Eine
Schwangerschaft oder der Wunsch, schwanger
zu werden, ist kein Grund, auf eine Reise
nach Kap Verde zu verzichten.
Die Routineimpfungen gegen
Tetanus, Diphterie, Hepatitis B, Polio,
und Typhus und der Schutz vor Hepatitis
A durch Gammaglobuline können auch während
der Schwangerschaft durchgeführt werden.
Es bleibt jedoch ein Rest von Zweifel,
da es keine ausreichenden Studien zu
diesem Thema gibt. Ärzte versuchen
deshalb, Impfungen vor der 13. Schwangerschaftswoche
zu vermeiden und diese auf späteren
Phasen verschieben. Die Aktivimpfungen
mit lebenden Impfstoffen gegen Tuberkulose,
Masern, Mumps und Röteln, die in der
Schwangerschaft nicht durchgeführt werden
dürfen, werden als Reisevorbereitungen
kaum benötigt. Eine Gelbfieberimpfung
wird nur verlangt, wenn man aus Gelbfiebergebieten
einreist. Auch sie kann ab der 13. Schwangerschaftswoche
durchgeführt werden.
Dadurch,
daß Kap Verde nahezu Malaria-frei ist,
erübrigt sich die Diskussion der in der
Schwangerschaft schwierigen Malaria-prophylaxe.
Besonders Vorsichtige meiden einen Besuch
der Insel Santiago in der zweiten Jahreshälfte.
Schwangere jenseits der 35. Schwangerschaftswoche und Wöchnerinnen
in der ersten Woche nach der Geburt dürfen nicht fliegen.
Die Entbindungsabteilungen in Kap Verde sind besser als der westafrikanische
Standard, bleiben aber hinter dem Qualitäts- und Technologiestandard
Mitteleuropas zurück. Dies gilt insbesondere in der Versorgung von Hochrisikoschwangeren
und Frühgeborenen.
Die
Welt der Gefühle und Wahrnehmungen verändert
sich in der Schwangerschaft. Plötzlich
wird man vorsichtiger, abwägender,
verantwortlicher für ein neues
Leben und sich selbst - und das ist
sehr gut so! Wenn die Schwangere selbst
oder ihr Partner ohnehin schon überempfindlich
und ängstlich geworden sind, dann laufen
sie Gefahr, Unangenehmes, Hitze, Krach,
hygienische Mängel und Armut besonders
negativ oder gar bedrohlich zu erleben.
Dann ist es sicher besser, mehr den
Gefühlen als dem Verstand zu folgen
und die Fernreise zu vertagen, um einen
erholsamen Urlaub vor der Geburt erleben
zu können.
Es gibt so schöne Urlaubsziele vor der eigenen Haustüre!
Daß in
der Schwangerschaft die allgemeinen Ratschläge
zur Hygiene besonders angebracht
sind, und Alkohol, Rauchen und
sonstige Suchtmittel der Mutter und dem
Kind schaden, soll nicht unerwähnt bleiben!
Zusammenfassend
kann man Kap Verde Reisen für Schwangere
empfehlen:
- wenn
der bisherige Schwangerschaftsverlauf
unkompliziert war.
- wenn
die Schwangere und ihr Partner sich psychisch
nicht überfordert fühlen.
- wenn
die Routineimpfungen vervollständigt
wurden.
- wenn
An- und Abreise ohne Zwischenlandung auf
dem afrikanischen Kontinent erfolgen.
- wenn
die Rückkehr bis zur 34.
Schwangerschaftwoche erfolgt
Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen,
doch ohne Gewähr.
Für individuelle Empfehlungen kontaktieren
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von Insidern spannend geschrieben
Pitt Reitmaier, Lucete Fortes
Reise-Know-How Verlag
ISBN 978-3-8317-1771-2
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