Wege 101 102 103 104 105 201 202 202a 203 301 302 303 303a 304 305 306 401 402 403 404 Legende

Touristen Information - Lucete Fortes
Flag UK small

ReiseInfo
Reiseliteratur
São Vicente
 Karte Wanderkarte
 Wanderführer
 Mountainbike
 Stadtplan Mindelo
 Reiseführer
 Fähren
 Unterkunft
 Fotos
die Inseln
 Santo Antão
 São Vicente
 São Nicolau
 Sal
 Boa Vista
 Maio
 Santiago
 Fogo
 Brava


Weg 101 Fischmarkt - Águia - Laginha - Ponta João Ribeiro


Gehzeit 1 1/2 Std
Weg 1
Orientierung 1


Mercado de Peixe

Torre de Belém

Águia

Estaleiros Navais

Ponta João Ribeiro

Ausgangspunkt
ist der Fischmarkt am südlichen Ende der Uferstraße.
Die große Uferstraße vom Fischmarkt bis zur Rua Lisboa hört auf zwei Namen: 
Rua da Praia für jedermann und Avenida da República wenn es offizieller wird.

Die Aristokratin unter den Straßen nimmt ihren Anfang am Fischmarkt Mercado de Peixe mit seinem bunten und meist lautstarken Treiben.  Der Turm daneben ist ein verkleinertes Abbild der Torre de Belém, der an der Mündung des Tejo in Lissabon wacht und die Entdecker verabschiedete. Das Bronzestandbild daneben ist jüngeren Datums und verweist ebenfalls an die großen Zeiten Portugals auf den Weltmeeren.
Die Häuserfront ist britische Kolonialarchitektur aus den Zeiten des Kohlehandels, besonders beeeindruckend die Casa Figueira und das grosse Handelshaus der Cory Brothers an der Praca Don Joao, heute beschriftet als Agência nacionla de viagens. bekannter als Entlang der alten Handelshäuser erreicht man das Standbild des Adlers Águia. Es erinnert an den ersten Flug über den Südatlantik im Jahre 1922. Die Piloten Gago Coutinho und Sacadura Cabral machten auf ihrem Weg von Lissabon (30 03 1922) nach Rio de Janeiro (17 07 1922) auch in São Vicente Station.  Gegenüber steht das massive ebenerdige Gebäude des ehemaligen Zolls Alfândega Velha, in dem heute das Kulturzentrum der Stadt untergebracht ist mit Ausstellungen, einem gut sortierten Bücherladen und Internet-Café.

Hier wiederholt sich das Spiel der doppelten Straßennamen. Seit Mindelo im Jahre 1858 zur Stadt wurde sie Avenida Marginal und mit der Unabhängigkeit kam ihr die Ehre zu, sich auch nach dem Nationalhelden Avenida Amilcar Cabral nennen zu dürfen.
In der Grünanlage der gepflegten Praça Aurélio Gonçalves steht der grün-gelbe Kiosk der Touristen-Information Lucete Fortes wo Gäste Postkarten, Landkarten, Stadtpläne und Auskünfte bekommen - und dies aus erste Hand!

Hier können Sie sich mit Karten von Cabo Verde, Stadtplänen, Telefonkarten und ein paar Postkärtchen eindecken und fragen, was sie schon immer über Cabo Verde wissen wollten.
Etwas oberhalb des nächsten kleinen Parks, an der Einmündung der Rua Angola in unmittelbarer Nähe des Residencial Maravilha liegt ein heruntergekommenes aber ehemals genauso hübsches wie historisch bedeutendes flaches Gebäude. John Rendall, der mit dem Kohlehandel für die Dampfschifffahrt Mindelo zur Stadt und sich selbst zu einem reichen Mann machte, hat es 1851 als Wohnhaus bauen lassen. Es wurde schnell zum historischen Englischen Konsulat und ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Im leider weitgehend heruntergekommenen Bau betreiben die Nachfolger des plastischen Künstlers, Tito Lívio Rodrigues seine Werkstatt.

Der Fährhafen Gare Marítima folgt. Am Eingang zum Handelshafen steht eine Reihe kleiner barackenartiger Gebäude. Hier arbeiten die Despachantes, Agenturen, die beim Entzollen helfen - und dank der Fülle komplizierter Vorschriften alle Hände voll zu tun haben. Wie die meisten Inselstaaten schöpft der Staat seine Steuern ganz wesentlich aus Importsteuern.

In der Moave, der industriellen Mühle mit ihren großen zylindrischen Vorratsbehältern, wird Getreide gemahlen. Etwa 90% des Bedarfs werden importiert. Für die Besitzern von Eseln und Maultieren ist die Spreu nicht weniger wichtig als das Korn, denn die Tiere verlieren ihre Leistungsfähigkeit, wenn sie nicht genügend Faserstoffe zu sich nehmen. Hinter der Moave liegt der große neue Containerhafen, erbaut in den 1990ern und in den 2010ern nochmals erweitert.

Über allem verfaulen die Ruinen das Fortim', das "kleine Fort". 1852 erbaut, um Piraten den Aufenthalt in der Hafenbucht verleiden, von wo aus sie ansonsten ungehindert Überfälle auf Schiffe, Städte und Dörfer unternahmen. In späteren Zeiten wurde es zum Restaurant, Gefängnis und Unterschlupf für die Piratinhas, Straßenkinder, Sozialwaisen, Taschendiebe, Jugendliche mit diversen Problemen und psychisch Kranke. Die Begehrlichkeiten der Tourismusindustrie erst haben es zur Ruine gemacht, doch die vermeintlichen Investoren haben sich in Reihe aus dem Staub gemacht ... bis das Spiel erneut beginnt. Der Blick vom Fortim auf die Stadt ist besonders schön und gehört zum touristischen Standardprogramm. Dem Stadtplan läßt sich entnehmen, wo der Weg hinauf an der Avenida Alberto Leite beginnt - an einer Kreuzung zwischen der Escola Técnica und der Polizei.  Vermeiden Sie bitte, das Fortim alleine oder spätabends zu besuchen.

 

In Laginha, dem städtischen Badestrand ist immer Betrieb. Vor Sonnenaufgang kommen die Jogger und Body Builder, etwas später Mütter mit Babies, nach der Schule die Jugendlichen und am Abend die Mittel- Oberschicht auf der Suche nach einem kalten Bier und einem Hühnerbein, die Jugend füllt die Restaurants, Live-Musik und Fussball im Fernsehen, nichts fehlt. Das Wasser ist trotz der Nähe der Schiffswerft dank der beständigen Strömung sauber. 

In den großen Lagerhallen wurde einst die Nahrungsmittelhilfe gestapelt - heute dienen als Messehallen.

Die Straße macht nun einen Bogen entlang der ELECTRA, die Strom und Wasser aus Seewasserentsalzung produziert. Im Vergleich mit Praia sind Stromausfälle in Mindelo selten und Wochen ohne Wasser kommen nicht mehr vor. Nur das Leben wird teuer, wenn jeder Tropfen Wasser und jede Kilowattstunde mit Diesel produziert werden muss. Erneuerbare Energien kommen hinzu - bisher fast 30%.

An der Umfassungsmauer der ELECTRA entlang gilt es den Orientierungssinn zu spitzen, denn hier kommt die einzige Gelegenheit, sich auf diesem Spaziergang zu verlaufen. Weder darf man im rechten Winkel auf die breite Straße nach Chã de Alecrim einmünden, noch die Kurve in der Ebene zu Ende gehen. Genau nach Norden zieht eine kleinere Straße den Hang hinauf, wird zur Linkskurve und gelangt so auf den Bergrücken zwischen ELECTRA und der Werft CABNAVE. Sie endet in einer Spinne von Häuserzufahrten. Keine davon ist richtig, sondern der Weg führt am Hang oberhalb der Werft nach Norden. Das große würfelförmige Gebäude mit dem großen Walmdach war einst die Residenz des Britischen Konsuls. Seit der Unabhängigkeit ist es weithin bekannt als Sitz des Atelier Mar, einer sehr erfolgreichen Künstlerkooperative um das Vielfachtalent Leão Lopes - Maler, Töpfer, Schriftsteller, Filmregisseur, alternativer Bauherr, Journalist, Kultusminister, Direktor der Akademie - gibt es einen Kunst, in der er sich noch nicht versucht hat? Mitunter ist ein Besuch mit Einkauf möglich.

Beim Weg am Hang entlang fällt der Blick auf die in den 1980ern gebaute Werft CABNAVE. Hier werden vorwiegend die einheimischen Schiffe gewartet und repariert. Holland hat sich hier verwirklicht und wollte den Sowjets zuvorkommen, von denen sie meinten, sie könnten das Gleiche planen - nun denn: Die Träume einer Exportproduktion neuer Schiffe mit "billigen" Arbeitskräften waren rasch beendet, nachdem die Kostenstruktur auf dem Tisch lag. Jeder Liter Wasser, jede Kilowattstunde ..... ist das Ende so manchen Traumes von einer Industrieproduktion in Cabo Verde.

Da der Weg nun langsam ansteigt, weitet sich der Blick über der Bucht des Porto Grande, vom Felsen des Morro Branco auf der gegenüberliegenden Seite, militärisches Gebiet, über den zurückgelegten Verlauf der Avenida Amilcar Cabral. Vorbei an einigen verfallenen portugiesischen Kasernen erreichen wir die Spitze der Halbinsel. 
Mittendrin das Ilheu dos Pássaros, ein Fels in der Brandung der vielfältigen Begehrlichkeiten, die seit langer Zeit auf Cabo Verde einströmen.

Die Kanonen an der Ponta João Ribeiro wurden nie benutzt.


update  29.07.2016
© Informação Turística Lucete Fortes