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Sicherheit

auf Wanderungen in Cabo Verde


von Dr. Pitt Reitmaier Tropenarzt

Klettern Brenta Lucete Fortes

Bergwanderungen und Touren mit dem Mountainbike kann man sicher gestalten, wenn man sich bewußt ist, dass zu den klassischen Gefahren der Berge die Gefahren der Wüste hinzukommen.

Verwechseln Sie Cabo Verde nicht mit den Wanderregionen der Alpen.
Hier gibt es:

  • Nur ausnahmesweise Wegemarkierungen
  • Keine Bergbahnen
  • Keine Bergwacht
  • Keinen Helikopter und meist auch keinen Krankenwagen

Vorbemerkung:

Wir wollen keine Ängste schüren, sondern dazu beitragen, daß durch Risikobewußtsein und angemessenes Verhalten, durch geeignete Ausstattung und vor Reisebeginn begonnene Vorsorge und im Falle eines Unfalls oder einer Gesundheitsstörung durch angemessene Reaktionen Ihre Gesundheit erhalten oder ohne unnötiges Leiden rasch wiederhergestellt wird.

Allgemeine Hinweise

Für die in der Wanderkartenserie enthaltenen Touren:gilt:

  • Bewässerungsbauten (levadas) und Bruchsteinmauern werden nicht begangen
  • Klettern ist ausgeschlossen!
    Sobald Sie auch nur einen Teil Ihres Körpergewichts mit den Armen bewegen, haben Sie sich in gefährlicher Weise verlaufen!
  • Orientierung mit Kompass und Karte häufig überprüfen
  • Informieren Sie Ihre Vermieter täglich, welche Tour Sie vorhaben!
  • Gehen Sie niemals alleine auf Touren abseits von Siedlungen !

Mountainbike Fahrer AUFGEPASST ! ! Denken Sie bitte daran, daß die Begrenzungsmauern der Serpentinenwege aus lose aufgeschichtetem Geröll bestehen und damit keinerlei Leitplankenfunktion haben. Sie können auch dann schon als Lawine zu Tal gehen, wenn man sich nur auf sie setzt! Sie sind als Sichtblende für die Tiere gedacht, nicht als Notfall-Stütze!

Besondere Gefahren:

Steinschlag und Erdrutsch

Steinschlag:

Aus bis zu 1000 Meter hohen Felswänden lösen sich ständig Steinschläge, doch bei ruhigem Wetter wird selten jemand getroffen. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß ein Grundrisiko besteht, so daß man sich nicht unnötig lange in diesen Bereichen aufhalten soll. Steinschläge und Erdrutsche können massiv sei und einen Weg unpassierbar machen. Erkundigen Sie sich, insbesondere in den Wochen nach der Regenzeit, ob Ihr geplanter Weg gangbar ist.

Bei besonderen Wetterlagen nehmen die Steinschläge zu und man muß diese Wege meiden.

Besondere Vorsicht ist geboten:

  • an Regentagen und bis zu 14 Tage nach einem Regen
  • bei starkem Wind

Sturz:

Vermeiden:

Stürze betreffen fast ausnahmslos erwachsene Männer, nachts und unter Alkoholeinwirkung. Damit ist klar, was es auf jeden Fall zu vermeiden gilt!

Da viele Wege sehr steil und steinig sind, sind gute Bergstiefel empfehlenswert!

Touren sind so zu planen, daß man auf keinen Fall von der rasch einsetzenden Dunkelheit überrascht wird.

Und wenn es doch passiert ist:

  • Ruhe bewahren!
  • Begeben Sie sich als Helfer nicht in unkalkulierbare Gefahr!
  • Verletzten vor weiterem Abstürzen sichern!
  • Erste Hilfe leisten!
  • Falls sie Hilfe holen müssen, stellen Sie sicher, daß Sie die Unfallstelle wiederfinden.

Wetter:

Regen ist selten in Cabo Verde, doch wenn es regnet, dann zumeist als heftiges Tropengewitter in den Monaten Juli bis Oktober. So fallen meist die Hälfte der Jahresniederschläge innerhalb von nur einem Tag. Auch im Winter kann es zu sanftere Regentage (ibernadas) kommen. In den Bergen bedeuted kräftiger Rregen höchste Gefahr.
Durch die trockenen Täler schießt eine Anfangswelle wie nach einem Dammbruch, gefolgt von einem reißenden Fluss. Von den Felswänden gehen Steinschläge ab und Berghänge kommen ins Rutschen. Nicht ohne Grund sind die Häuser auf den Graten und Bergrücken gebaut.

Bei Platzregen:

  • Fliehen Sie nicht auf den Grund eines Tals!
  • Verharren Sie auf dem nächsten Bergrücken oder im nächstgelegenen Haus.
in den Wolken

Nebel und Wolken:

treten in Sekundenschnelle auf und können die Sicht vollständig nehmen..
Das ist der Moment, indem sich eine gut vorbereitete Orientierung bewährt!
Im Winterhalbjahr sinken die Temperaturen im Nebel auf einstellige °C Werte.

Wasserverlust / Dehydratation

Je nach Trainingszustand, Gewicht und Temperatur, verbraucht eine erwachsene Person pro Stunde Gehzeit 0.4 bis 1 Liter Wasser.
Bei einem Defizit von 1.5 - 2 Litern schwindet die Leistungsfähigkeit, bei weiterem Verlust tritt in der trockenen Hitze rasch Verwirrtheit ein, Unfähigkeit zu sprechen und noch innerhalb der ersten 12 Stunden ein Schwächezustand, aus dem man sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann.

Die Wasserreserve

muß die erwartete Gehzeit abdecken und darüber hinaus 2 Liter für den Fall, daß man länger als geplant unterwegs ist.

Der Autor hat als Distriktsarzt auf Santo Antão mehrere Leichen von Verdursteten bergen müssen. Es handelte sich dabei um Einheimische, denn damals gab es noch keine Touristen.
In jüngerer Zeit hat ein Allein-Wanderer auf Santo Antao einen langen (markierten) Wanderweg nach halber Strecke verlassen und sich zur in der Tiefe der wüstenhafte Südseite der Insel sichtbaren Asphaltstraße aufgemacht. Die Temperaturen waren hoch (Föhn-Wetterlage), der Pfad schlecht. Von einer grusigen Passage ist er in den Tod gestürzt. Wasser oder Wasserbehälter hatte er nicht dabei. Dass der Sturz durch Wassermangel begünstigt oder verursacht wurde, ist wahrscheinlich doch nicht zu beweisen, da die Leiche trotz intensiver Suche erst nach zwei Monate von einem Hirten entdeckt wurde,.
Auf Boa Vista ist ein Mountainbiker nur 200m von der asphaltierten Hauptstrasse verdurstetet aufgefunden worden.
Aus Fogo wird von einem Allein-Wanderer berichtet, der stark ausgetrocknet aber lebend von der Bordeira gerettet werden konnte. Sein Glück war, dass die Vermieter wussten, wohin er aufgebrochen war und dass in der Caldeira ein Dutzend Bergführer sofort nach ihm suchten und die Suche dennoch 20 Stunden dauerte.
Nach einem Verdurstenden zu suchen ist eine der schwierigsten Aufgaben. Er versteckt sich im kleinsten Felsspalt, der ihm Schatten bietet, kann sich nicht mehr bewegen, sieht alles verschwommen und bekommt keinen Laut aus der Kehle. Es gibt viele Berichte, nach denen Suchmannschaften sich in unmittelbarer Nähe des Verdurstenden befunden hatten ohne dass ein Kontakt zustande gekommen wäre!

Bei Wassermangel

  • verlassen Sie den Weg keinesfalls auf eine "Abkürzung"
  • gehen sie zurück zu einem bewohnten Haus.

Sich mit unzureichender Wasserreserve zu verspäten, ist die größte Gefahr.

Erschöpfung

Für langfristig trainierte Bergwanderer sind die Touren in Cabo Verde leichte bis mittlere Anstrengungen und sie überstehen trotz Hitze und schlechtem Untergrund auch 2000 Höhenmeter pro Tag. Weniger Geübte aber können durch eine als drei- oder vierstündig ausgegebene Wanderung mit weniger als 1000 Höhenmetern schon weit überfordert sein. Die beste Vorbeugung ist Training, eingelaufene Berschuhe und eine großzügige Wasserreserve

In der Auswahl der Touren sollte man in den ersten Tagen bescheiden sein und nicht mit Abstiegen, sondern mit Aufstiegen beginnen. Solange die Muskulatur noch nicht eingelaufen ist, werden im Abstieg die Knie übermässig belastet. Dank des warmen Klimas werden auch tiefe Erschöpfungsphasen nur bei gleichzeitigem Wassermangel zu einer ernsten Gefahr.

Verlust der Orientierung

die Orientierung ist selbst für den Erfahrenen schwierig, denn: Wege verändern sich durch Steinschläge, Erdrutsche und Straßenbauarbeiten. Nur wenige Wege sind markiert Auch gibt eine Vielfalt irreführender Ziegenpfade, die durchaus grössser erscheinen als der richtige Weg. Der Sprachunkundige kann kaum fragen

Die Navigation wird sehr viel sicherer

  • indem man die beschriebenen Wege nicht verläßt
  • durch vorheriges Studium von Wanderführer und Karte
  • durch genaues Verfolgen der Strecke mit Kompass und Karte und ggf einem GPS Empfänger

Für einige schwierige Strecken braucht man einen Bergführer

Lokale Bergführer
Die Wirte der Gasthäuser und Gastgeberfamilien in den Wanderregionen sind zumeist auch Bergführer. Ansonsten arbeiten sie mit lokalen Führern zusammen, mit denen am Vorabend eintägige Wanderungen wie auf den Pico de Fogo oder Tope de Coroa vereinbart werden können.
Alarm im Notfall
Signalspiegel

Um sich im Notfall bemerkbar machen zu können, empfiehlt es sich, einen Signalspiegel und eine Taschenlampe im Rucksack zu haben. Eine Trillerpfeife ist auch nicht schlecht.
Mit einem Handy, so es am Notfallort ein Netz empfängt, kann der Polizeinotruf 132 hilfreich sein. Die Polizei schaltet dann die ländlche Feuerwehr / Zivilschutz ein. Den Standort verständlich mitzuteilen ist für Nicht-Einheimische extrem schwierig und in welcher Zeit und in welchem Umfang die Dienste reagieren können, bleibt ebenfalls offen.

Alpines Notsignal:

  • beliebiges akustisches oder optisches Signal sechsmal pro Minute (alle 10 Sekunden)
  • eine Minute Pause
  • wiederholen bis Antwort erfolgt

Antwortsignal:

beliebiges akustisches oder optisches Signal dreimal pro Minute (alle 20 Sekunden)

Rettungssystem:

Es gibt keine Bergwacht, die verirrte oder in Bergnot geratene Wanderer und Biker aufsuchen und abtransportieren kann! Damit wird jeder verstauchte Knöchel oder ein Sturz vom Mountainbike abseits einer Siedlung zum unkalkulierbaren Risiko! Das Rettungs- und Krankentransportsystem beschränkt sich auf das unzuverlässige Vorhandensein einer einfache Trage in ländlichen Basis-Gesundheitsposten USB. Zum Liegendtransport auf der Straße werden vorwiegend die lokal vorhanden Pickups und Lastwagen eingesetzt.


Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, doch ohne Gewähr.

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updated: 14.04.17
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